Mini-PC fürs Homelab: Meine 4 Minisforum-Rechner im Dauerbetrieb | MappleBox

Mini-PC fürs Homelab: Welcher Minisforum zu deinem Setup passt

Du suchst einen Mini-PC fürs Homelab und weißt nicht, welches Modell zu deinen Diensten passt? In diesem Guide erfährst du, worauf du bei RAM, Netzwerk, PCIe-Slot und Kühlung achten solltest und welcher Minisforum-Mini-PC für welchen Einsatz passt. Am Ende weißt du, ob dir ein Einstiegsgerät reicht oder ob du direkt eine Nummer größer kaufen solltest. Als Beispiele dienen vier Mini-PCs, die bei mir in Berlin und Frankreich rund um die Uhr mit Proxmox laufen und zusammen gerade 57 Container und VMs tragen, von Plex und Paperless über Home Assistant und Game-Server bis zu Monitoring und Passwort-Manager. Alle Werte habe ich auf diesen Servern selbst gemessen.

Kurz und knapp: welcher Mini-PC passt zu dir?

GerätGetestet mitPasst für
Minisforum MS-01* mit i5-12600H32 GB RAM, 10 GästeDer solide Start: Paperless, Home Assistant, ein paar Docker-Dienste
Minisforum MS-01 mit i9-13900H96 GB RAM, 17 GästeViele Dienste parallel, Game-Server, mehrere VMs
Minisforum MS-A2* mit Ryzen 9 9955HX128 GB RAM, 23 Gäste, Arc A310Das Arbeitstier: Plex mit Transcoding, große Docker-Stacks, viel RAM
Minisforum N5 Pro* mit Ryzen AI 9 HX PRO 37032 GB RAM, TrueNAS + 6 ContainerNAS und Homelab in einem Gehäuse

Warum du für dein Homelab einen Mini-PC nehmen solltest

Dein Homelab läuft 24/7. Ein alter Tower oder ein gebrauchter Rack-Server ist am Anfang günstig, frisst aber dauerhaft Strom, ist laut und braucht Platz. Einen Mini-PC stellst du unauffällig ins Regal, er ist fast lautlos und hat inzwischen genug Leistung für Dutzende Dienste. Achte bei der Auswahl auf drei Punkte, die viele Mini-PCs nicht bieten, die Modelle von Minisforum aber schon: schnelle Netzwerk-Ports (teils 10 GbE), einen PCIe-Slot und Platz für viel RAM.

MS-01 mit i5-12600H: wenn du solide einsteigen willst

Planst du ein paar typische Einsteiger-Dienste und eine oder zwei VMs, reicht dir der MS-01 mit i5. Wie viel er schafft, zeigt mein Node in Frankreich: Darauf laufen Paperless-ngx samt KI-Erweiterung, Nginx Proxy Manager, ein DNS-Server, Home Assistant als VM, eine TrueNAS-VM und eine Docker-VM. Mit 32 GB RAM (2× 16 GB DDR5) kommt er damit gut klar. Im Alltag liegt die Load bei rund 0,1, die CPU-Temperatur bei etwa 59 °C.

Mein Tipp: Nutz die Netzwerk-Ports aus. Der MS-01 hat zwei SFP+-Ports für 10 GbE, mein Node hängt aber nur per 1-GbE-Kabel am Netz. Für Paperless und Home Assistant reicht das völlig. Sobald du große Dateien vom NAS ziehst, lohnt sich ein SFP+-DAC-Kabel* zum Switch.

MS-01 mit i9-13900H: wenn du viel Leistung brauchst

Willst du viele Dienste parallel betreiben, etwa Game-Server und mehrere VMs, greif zur i9-Variante mit viel RAM. Mein Beispiel ist mein Node in Berlin mit i9-13900H und 96 GB RAM (2× 48 GB). Er trägt 15 Container und zwei VMs: die Game-Server über das Pelican-Panel, Home Assistant, Caddy als Reverse Proxy, eine TrueNAS-VM und diverse kleinere Dienste. Angebunden ist er per 10 GbE über SFP+.

Achtung, Hitze: Bei mir zeigte der i9 einmal 88 °C bei praktisch null Last. Schuld war der CPU-Governor, der auf performance stand. Nach der Umstellung auf powersave liegt die Package-Temperatur im Alltag bei rund 55 °C, und die Leistung ist trotzdem da, wenn sie gebraucht wird. Wie du das einstellst, steht in Mini-PC mit Proxmox zu heiß. Wenn du einen MS-01 mit i9 kaufst, mach das direkt nach der Installation.

MS-A2 mit Ryzen 9 9955HX: wenn du Plex und große Stacks planst

Brauchst du viel RAM, Transcoding und Reserve für einen großen Docker-Stack, ist der MS-A2 die passende Wahl. Meiner ist der stärkste Rechner im Setup: Ryzen 9 9955HX mit 16 Kernen und 32 Threads, dazu 128 GB RAM (2× 64 GB DDR5-5600). Darauf laufen 20 Container und drei VMs, unter anderem Plex, Vaultwarden, Pi-hole, Paperless, RomM und ein großer Docker-Stack. Selbst damit liegt die Load bei etwa 0,5.

Zwei Dinge solltest du beim MS-A2 nutzen. Erstens den PCIe-Slot: Dort kannst du zum Beispiel eine Intel Arc A310* fürs Hardware-Transcoding in Plex einsetzen, so wie bei mir. Zweitens 10 GbE zum NAS: Nach dem Umzug von Plex auf den MS-A2 ging der Lesedurchsatz vom NAS bei mir von etwa 9,5 MB/s auf etwa 414 MB/s hoch. Wie du Container dafür umziehst, steht in Proxmox LXC mit Bind Mounts migrieren.

N5 Pro: wenn du NAS und Homelab in einem willst

Der N5 Pro ist eigentlich ein NAS mit Festplattenschächten, du kannst darauf aber trotzdem Proxmox betreiben. Mein NAS-Node in Berlin ist ein N5 Pro mit Ryzen AI 9 HX PRO 370 und 32 GB RAM. TrueNAS läuft darauf als VM, und der Trick dabei: Reich den kompletten SATA-Controller per PCIe-Passthrough an die VM durch. TrueNAS sieht die Platten dadurch direkt, inklusive SMART-Werten, als würde es auf echter Hardware laufen.

Daneben laufen bei mir sechs kleine Container: das Monitoring mit Uptime Kuma und ntfy, ein paar MCP-Server für Claude und ein Game-Server-Node. Wenn du NAS und Homelab nicht auf zwei Geräte verteilen willst, ist das eine gute Lösung. Mehr zum Monitoring steht in Uptime Kuma und ntfy.

Darauf solltest du beim Kauf achten

  • Plane genug RAM ein. RAM ist fast immer die erste Grenze. Die CPU langweilt sich bei mir auf allen vier Geräten, der Speicher füllt sich dagegen schnell, vor allem mit VMs. Nimm lieber direkt große DDR5-SO-DIMMs*, statt später zu tauschen.
  • Wähl das Netzwerk passend zum NAS. Liegen deine Medien auf einem NAS, macht 10 GbE den größten spürbaren Unterschied. Ohne schnelles NAS reichen dir 2,5 GbE.
  • Achte auf einen PCIe-Slot. Damit kannst du eine kleine GPU wie die Arc A310 oder eine zusätzliche Netzwerkkarte nachrüsten.
  • Behalte die Hitze im Blick. Mobile CPUs boosten aggressiv. Stell den Governor ein und überwache die Temperatur.
  • Intel oder AMD? Beides läuft bei mir problemlos mit Proxmox. Für Plex-Transcoding ist eine Intel-GPU (integriert oder Arc) am einfachsten.

Typische Fehler beim Kauf und wie du sie vermeidest

Kauf von Anfang an mehr RAM und bind jeden Node direkt per 10 GbE an, statt erst später nachzurüsten. Genau das musste ich bei mir nachholen. Und stell den Governor auf allen Nodes sofort nach der Installation ein, statt erst zu reagieren, wenn eine Monitoring-App 88 °C meldet.

Fazit

Für den Einstieg reicht dir ein MS-01 mit i5 locker. Planst du Plex mit Transcoding und viele Dienste, bist du mit dem MS-A2 und einer Arc A310 am besten bedient. Und willst du NAS und Homelab zusammenlegen, schau dir den N5 Pro an. Wie die vier Geräte bei mir an zwei Standorten zusammenspielen, zeige ich in Mein Homelab an zwei Standorten.

Welchen Mini-PC nutzt du für dein Homelab? Schreib es in die Kommentare.

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