Cobblemon Server erstellen: COBBLEVERSE mit Pelican selbst hosten
Cobblemon ist eine Mod, die Pokémon in Minecraft bringt. Du fängst Pokémon in der normalen Minecraft-Welt, trainierst sie und kämpfst mit ihnen in rundenbasierten Kämpfen wie in den Originalspielen. Am meisten Spaß macht das mit Freunden, und dafür brauchst du einen gemeinsamen Server.
In diesem Guide zeige ich dir, wie du deinen eigenen Cobblemon-Server erstellst und zu Hause hostest, mit dem Modpack COBBLEVERSE und dem Game Panel Pelican. Als Beispiel nehme ich immer wieder meinen eigenen Server CobbleBox, der genau so läuft und seit dem 28. September 2026 für meine Community offen ist.
Cobblemon und COBBLEVERSE kurz erklärt
Cobblemon selbst ist die Basis-Mod. COBBLEVERSE ist ein Modpack auf Modrinth, das Cobblemon mit vielen Add-ons bündelt, zum Beispiel Raid Dens, Battle Tower, Ranked-Kämpfe und die Economy-Mod CobbleDollars. Das Pack läuft laut Modrinth (Stand Oktober 2026) auf Minecraft 1.21.1 mit Fabric.
Du kannst das Pack auch als Basis für eine eigene Variante nehmen. Auf meinem Server läuft zum Zeitpunkt dieses Guides (Oktober 2026) COBBLEVERSE MBx 1.1.0. Die Version basiert auf COBBLEVERSE 1.7.42 und enthält unter anderem Mega Showdown 1.8.4 und Radical Cobblemon Trainers 0.18.1.
Für dich als Admin praktisch: Die üblichen Performance-Mods sind schon dabei, unter anderem Lithium, C2ME, FerriteCore, ModernFix, Krypton und ScalableLux. Die musst du nicht selbst zusammensuchen.
Eigener Server oder mieten?
Gemietete Minecraft-Server sind bequem. Bei einem Modpack mit rund 200 Mods wird RAM dort aber schnell teuer. Wenn du sowieso einen Rechner hast, der rund um die Uhr laufen kann, ist Selbsthosten eine gute Option. Dazu bekommst du vollen Zugriff auf alle Dateien und kannst eigene Mods, Datapacks und Scripts einbauen.
Falls du noch kein Homelab hast, fang mit meinem Guide Homelab starten an. Welche Hardware sich eignet, liest du im Artikel über meinen Mini-PC fürs Homelab.
Das brauchst du
- Einen Rechner, der dauerhaft läuft, zum Beispiel einen Mini-PC mit Proxmox.
- Genug RAM und CPU-Kerne für den Game-Server. Auf meinem Server bekommt der Wings-Container 8 Kerne und 16 GB RAM.
- Das Pelican Panel und Pelican Wings.
- Java 21, das kommt bei Pelican über das Docker-Image.
- Die Server-Dateien von COBBLEVERSE.
- Eine Portfreigabe auf deinem Router und idealerweise eine eigene Subdomain.
Pelican ist ein Open-Source Game Panel und der Nachfolger von Pterodactyl. Es besteht aus zwei Teilen. Das Panel ist die Weboberfläche, in der du Server anlegst, die Konsole öffnest und Dateien bearbeitest. Wings ist der Agent auf dem Host, der die Game-Server als Docker-Container startet. Mein Tipp: Installier beide in getrennten LXC-Containern. Das Panel kommt mit wenig aus, bei mir sind es 2 Kerne und 1 GB RAM, und Wings kannst du später unabhängig auf einen anderen Host verschieben.
Cobblemon-Server erstellen: Schritt für Schritt
1. Panel und Wings installieren
Installiere zuerst das Pelican Panel und danach Wings. Wie das auf Proxmox mit zwei LXCs und den Community-Scripts geht, zeige ich Schritt für Schritt in meinem Guide Pelican Panel auf Proxmox einrichten. Ohne Proxmox hältst du dich an die offizielle Doku auf pelican.dev. Im Panel legst du einen Node an, also den Host, auf dem Wings läuft, und eine Allocation mit dem Port für Minecraft. Standard ist 25565.
2. Server mit Fabric und Java 21 anlegen
Leg einen neuen Server mit einem Fabric-Egg an. Achte auf das Docker-Image: Minecraft 1.21.1 braucht Java 21, mit einer älteren Version startet der Server gar nicht. Auf meinem Server läuft das Image yolks:java_21.
Beim RAM-Limit im Panel solltest du für ein Modpack dieser Größe nicht geizen. Die üblichen Minecraft-Eggs starten Java mit -XX:MaxRAMPercentage (Paper, Vanilla) oder wie das Fabric-Egg mit -Xmx{{SERVER_MEMORY}}M. Der Heap richtet sich dadurch nach dem Limit, das du im Panel einträgst, und du musst nicht zusätzlich an -Xmx drehen.
3. Modpack-Dateien hochladen
Auf den Server gehören die Ordner mods, config und datapacks aus dem Modpack. Shaderpacks und Resourcepacks braucht nur der Client. Hochladen kannst du per SFTP, die Zugangsdaten zeigt dir Pelican in den Server-Einstellungen. Starte den Server einmal, setz in der eula.txt den Wert auf true und starte neu.
4. Welt vorgenerieren und begrenzen
Neue Chunks zu generieren ist mit so vielen Mods das Teuerste, was dein Server macht. Installier deshalb zusätzlich die Mod Chunky, setz eine World Border und generier die Welt vorab. Auf meinem Server liegt die Border in jeder Dimension bei ±5.000 Blöcken. In der Konsole sieht das so aus:
worldborder center 0 0
worldborder set 10000
chunky center 0 0
chunky radius 5000
chunky start
Das dauert eine Weile. Lass es durchlaufen, bevor deine Freunde das erste Mal joinen. Für den Spawn-Bereich lohnt sich außerdem eine Schutz-Mod, bei mir ist das YAWP.
5. server.properties anpassen
Viel musst du hier nicht ändern. Diese Werte laufen auf meinem Server stabil:
view-distance=10
simulation-distance=10
white-list=true
online-mode=true
- Wenn dein Server ruckelt, dreh zuerst die
simulation-distancerunter. - Die Whitelist ist bei einem Server für Freunde Pflicht. Neue Spieler fügst du in der Konsole mit
whitelist add Spielernamehinzu. - Mit
online-mode=truekönnen nur echte Minecraft-Accounts joinen.
Mein Tipp: Setz die richtige Zeitzone, zum Beispiel Europe/Berlin. Sonst stimmen die Zeitstempel im Chat und in den Logs nicht mit deiner Uhrzeit überein. Am einfachsten ergänzt du im Startbefehl das Java-Flag -Duser.timezone. Den Startbefehl änderst du als Admin im Panel in den Einstellungen des Servers im Bereich Startup. Beim Fabric-Egg sieht er danach so aus:
java -Duser.timezone=Europe/Berlin -Xms128M -Xmx{{SERVER_MEMORY}}M -jar {{SERVER_JARFILE}}
Alternativ setzt du die Zeitzone für alle Server auf einmal: In der Wings-Konfiguration /etc/pelican/config.yml gibt es unter system den Eintrag timezone, zum Beispiel timezone: Europe/Berlin. Wings gibt diesen Wert an alle Container weiter. Danach startest du Wings mit systemctl restart wings und die Server neu.
Neustarts und Backups einrichten
In Pelican legst du dafür Schedules an. Plan einen täglichen Neustart zu einer Uhrzeit, zu der niemand spielt, und häng ein Backup daran. Auf meinem Server passiert beides jeden Tag um 04:00 Uhr.
Achte darauf, dass die Backups auf einer anderen Maschine landen als der Server. Ein Backup auf derselben Disk hilft dir nicht, wenn genau diese Disk Probleme macht. Bei mir gehen sie in einen S3-Bucket auf meinem TrueNAS.
Typische Probleme und wie du sie löst
Server crasht nach einer zusätzlichen Mod
Prüf bei jeder Mod, die du selbst ergänzt, welche Fabric-Loader-Version sie voraussetzt. Auf meinem Server ist nach dem Hinzufügen von Veinminer der Start gecrasht, und auch eine neue Welt ließ sich nicht mehr erstellen. Ursache war ein Konflikt mit fabric-permissions-api, ein Update des Fabric Loaders auf 0.19.2 hat beides behoben.
Kaputte Chunks nach vollem Speicher
Wenn du Proxmox mit LVM-Thin nutzt, achte darauf, dass die Summe deiner Container-Disks nicht größer ist als der echte Platz im Thin Pool. Bei mir lief der Pool einmal voll, danach waren Chunks in der Welt beschädigt. Ich musste die Container-Disk migrieren und die betroffenen Chunks wiederherstellen. Eine Minecraft-Welt wächst mit der Zeit, behalte den Speicher also im Blick.
Zu viel Geld in der Economy
Schau dir die Auszahlungen von CobbleDollars an, bevor dein Server live geht. Auf meinem Server haben Trainer-Kämpfe anfangs so viel ausgezahlt, dass man sich in kurzer Zeit alles kaufen konnte. Jetzt zahlen sie nur noch ein Zehntel des Standardwerts. Shop und Bank stellst du über JSON-Dateien im config-Ordner ein.
Modpack updaten, ohne die Welt zu zerstören
COBBLEVERSE bekommt regelmäßig Updates. Bei einer bestehenden Welt gehst du am besten so vor:
- Server stoppen und ein frisches Backup machen.
- Die neue Mod-Liste mit der alten vergleichen. Eigene Mods wie Chunky oder YAWP gehören nicht zum Pack und müssen nach dem Update wieder in den
mods-Ordner. - Neue oder geänderte Worldgen-Dateien prüfen, bevor der Server wieder startet. Sie wirken auf alle Chunks, die danach neu generiert werden.
- Die Fabric-Loader-Version kontrollieren. Das Modpack gibt eine vor, deine eigenen Mods brauchen eventuell eine neuere.
- Starten, die Konsole beobachten und erst dann wieder für alle öffnen.
Mein Tipp: Spiel größere Updates nur ein, wenn niemand online ist, und sag deinen Spielern vorher Bescheid, was sich ändert. Auf meinem Server läuft das über einen Changelog auf der Website und im Discord, zuletzt für Version 1.1.0 am 29.09.2026.
So joinen deine Freunde
Damit dein Server von außen erreichbar ist, brauchst du auf deinem Router eine Portfreigabe für TCP 25565 zum Host, auf dem Wings läuft. Gib deinen Freunden statt der IP eine Subdomain wie mc.example.de, die per A-Record auf deine öffentliche IP zeigt. Ohne feste IP brauchst du zusätzlich DynDNS.
Deine Freunde installieren COBBLEVERSE in derselben Version wie der Server, zum Beispiel über die Modrinth App oder den Prism Launcher, und tragen mc.example.de als Serveradresse ein. Passen die Versionen nicht zusammen, lehnt der Server die Verbindung ab. Das ist der häufigste Grund, warum nach einem Update jemand nicht mehr reinkommt.
Wenn du eigene Mods ergänzt, pack alles als eigenes Modpack in eine ZIP-Datei, die deine Spieler direkt importieren. So läuft das auf meinem Server: Spieler laden die ZIP herunter und importieren sie in Prism, ohne sie zu entpacken. Prism kann die passende Java-Version selbst installieren, für Minecraft 1.21.1 ist das Java 21. Sag deinen Spielern vorher, was ihr PC braucht. Bei mir sind das etwa 5 GB freier Speicher und mindestens 16 GB RAM, davon bekommt das Modpack 8 GB. Whitelist-Anfragen laufen bei mir über Discord, zusammen mit dem Minecraft-Namen.
Ideen für später
Wenn dein Server läuft, kannst du ihn nach und nach ausbauen. Mit BlueMap bekommst du eine Web-Karte deiner Welt, auf der du Marker für Spawn oder Arenen setzen kannst. Auf meinem Server sind daraus mit der Zeit eine Website mit Spielerprofilen und Rankings, eine wöchentlich neue Abenteuerwelt, ein Discord-Bot für Rollen und ein Twitch-Bot geworden, der während Streams Keys verteilt. Für den Anfang brauchst du davon nichts.
Läuft dein Server rund um die Uhr, lohnt sich ein Blick auf Uptime Kuma und ntfy, damit du einen Ausfall vor deinen Freunden mitbekommst. Und falls dein Mini-PC unter Last warm wird, hilft dir vielleicht mein Artikel Mini-PC zu heiß.
So sieht das bei meinem Server aus
Damit du siehst, wohin sich so ein Server entwickeln kann, hier ein paar Eckdaten von CobbleBox. Gut zwei Wochen nach dem Start (Stand Mitte Oktober 2026) zeigt die Statistikseite 14 Trainer, knapp 2.900 gefangene Pokémon, 865 von 1.025 Arten im Server-Dex und über 850 Stunden Spielzeit.
- Arenen: 4 Regionen (Kanto, Johto, Hoenn und Sinnoh) mit je 8 Arenen, also 32 Orden. Dazu kommt pro Region eine Top 4.
- Abenteuerwelt: Jeden Montag um 5 Uhr gibt es eine neue Welt, Bauten darin werden dabei zurückgesetzt.
- Raids: Die Raid Dens setzen sich alle 2 Stunden mit einem neuen Boss zurück. Jeden zweiten Samstag gibt es von 20 bis 22 Uhr einen Raid-Abend.
- Ranked: Eine Saison dauert einen Kalendermonat.
- Grundstücke: Ohne Gilde kann jeder Spieler 50 Chunks claimen. Gilden bekommen 50 Chunks plus 50 pro Mitglied, maximal 500.
- Karten: Xaero’s World Map und Minimap sind im Modpack. Im Browser gibt es zusätzlich eine BlueMap mit Live-Positionen der Spieler und eigenen Ebenen für die Kanto-Arenen und die Raid Dens.
- Statistikseite: Pokédex, Rankings und Spielerprofile aktualisieren sich alle 2 Minuten.
- Unterstützung: Wer über Ko-fi unterstützt, bekommt nur kosmetische Extras und Komfort-Features, keine Pokémon und keine Kampfvorteile.
Mein Tipp: Schreib Regeln und feste Termine an eine Stelle, die deine Spieler leicht finden. Bei mir stehen die Regeln (kein Griefing, respektvoller Umgang, keine Cheats oder Hacks) auf der Website und im Spiel unter /rules, die Termine gibt es zusätzlich als Kalender-Feed.
Fazit
Mit Pelican und COBBLEVERSE kannst du einen Cobblemon-Server gut selbst hosten. Achte auf Java 21, genug RAM, eine vorgenerierte Welt mit World Border, eine aktive Whitelist und Backups auf einer anderen Maschine. Bei Updates und eigenen Mods lohnt sich der Blick auf die Fabric-Loader-Version, denn genau daran ist mein Server schon einmal hängen geblieben.
Hostest du deinen Minecraft-Server selbst, oder mietest du lieber? Und welches Modpack spielt ihr gerade? Schreib es in die Kommentare.
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